Ankündigungen für den 5./6. 04. 2013

Tagesseminar, am 6.04.2013 von 10 bis 20 Uhr.
Kapital und Souveränität -
Einführung in die materialistische Staatskritik

Vortrag, am 5.04.2013
Antizionismus und Volksstaat -
Der Fetisch der Souveränität und der Haß auf den „Unstaat“ Israel

„Kapitalismus und Krise“ Vortragsabend mit Claus Peter Ortlieb

Die Geschichte des Kapitalismus erscheint als ein dauernder Wechsel von Prosperitätsphasen und Krisen. An der Beantwortung der Frage, warum Krisen im Kapitalismus unvermeidlich sind, haben sich verschiedene Theoretiker versucht (Marx, Keynes, Schumpeter u.a.). Manche der Krisenerklärungen suggerieren das Bild einer ständigen Wiederkehr des Immergleichen. Sie übersehen dabei, dass der Kapitalismus historischer Prozess mit einer Zeitrichtung ist, die in der Entwicklung seiner Produktivkräfte wurzelt: Obwohl der Kapitalismus auf der Ausbeutung menschlicher Arbeit beruht, treibt er selber die Ersetzung menschlicher Arbeitskraft durch Maschinen immer weiter voran und kommt mit dieser Entwicklung immer weniger zurecht, was sich etwa im „Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate“ ausdrückt. Letztlich wird die kapitalistische Produktionsweise an ihrer eigenen widersprüchlichen Dynamik scheitern. Es gibt einige Indizien dafür, dass der globale Kapitalismus aus der aktuellen Weltwirtschaftskrise nicht wieder herausfindet, ihm also keine neue Phase der Prosperität sondern der dauerhafte Niedergang bevorsteht.

Zu diesem Themenkomplex referiert Claus Peter Ortlieb (EXIT)

Der Vortrag wird am 07.12.2012 im „Cafe Median“ (Niklotstraße 5) stattfinden. Beginn ist um 19:00 Uhr.

Veranstaltungshinweis #2

Ein moderner islamischer Antisemitismus? Der Fall Iran (27.11.2012)

Das Thema islamischer Antisemitismus soll am Beispiel der islamischen Republik Iran diskutiert werden, zu deren auffälligen Merkmalen ein aggressiver, staatlich protegierter Antisemitismus zählt. Holocaustleugnung und Vernichtungsdrohungen gegen Israel werden nicht erst mit dem Amtsantritt Mahmud Ahmadinedschads öffentlich ausgesprochen. Gegenstand des Vortrages soll eine Analyse gängiger Imaginationen und Vorstellungen von Juden und Jüdinnen im islamischen Antisemitismus und die Frage von dessen Genese sein. Viele Figuren des modernen westlichen Antisemitismus, aber auch Elemente des längst vergessen geglaubten christlichen Antijudaismus, zirkulieren heute in iranischen Diskursen. Dort werden sie angeeignet, mit religiösen Vorstellungen verwoben und für Zwecke islamischer Gemeinschaftsbildung und Abgrenzung vom Westen in Dienst genommen. Wie können Antisemitismus, religiöse Tradition, Moderne und Abgrenzung zum Westen aufeinander bezogen werden?

Diesen Fragen wird die Referentin Ulrike Marz in ihrem Vortrag nachgehen. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Rostocker Institut für Soziologie und Demographie und beschäftigt sich schwerpuntmäßig mit Kritischer Theorie und Antisemitismus.

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Der Vortrag wird am 27.11.2012 im Haus Böll stattfinden. Beginn ist um 19:00 Uhr.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen einer kleinen Veranstaltungsreihe zur Analyse des Antisemitismus statt

Veranstaltungshinweis

Politische Ökonomie des Antisemitismus (24.11.2012)

Judenhass und falsche Gesellschaft. Über den Zusammenhang von Kritik der politischen Ökonomie und Antisemitismuskritik

Soll der Antisemitismus nicht als ein bloßes Vorurteil verharmlost, sondern im ideologiekritischen Sinne als wahnhafte Projektion dechiffriert werden, so gilt es, sich den Begriff der „antisemitischen Gesellschaft“ zu vergegenwärtigen, der von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer entwickelt wurde. Was sind die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen die beschädigten Subjekte sich immer wieder für das Ausagieren des antisemitischen Hasses entscheiden? Und inwiefern kann angesichts eines fremdbestimmten gesellschaftlichen Daseins überhaupt von einer freien Entscheidung gesprochen werden?

Stephan Grigat* wird in seinem Vortrag die These vertreten, dass für eine sinnvolle Kritik des Antisemitismus ein Rückgriff auf die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwingend erforderlich ist. Davon ausgehend soll gezeigt werden, wie sich traditionelle antisemitische Ressentiments in einer Art geopolitischen Reproduktion aktuell insbesondere im Hass auf Israel artikulieren.

*Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien, war Forschungsstipendiat in Tel Aviv und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bündnisses STOP THE BOMB. Er ist Autor von Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus (ça ira 2007), Mitherausgeber von Iran im Weltsystem. Bündnisses des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung (Studienverlag 2010) und Herausgeber von Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert (ça ira 2012).

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Der Vortrag wird am 24.11.2012 auf dem Universitäts-Campus Ulmenstraße 69 (in Haus 1, R 022) stattfinden. Beginn ist um 19:00 Uhr.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen einer kleinen Veranstaltungsreihe zur Analyse des Antisemitismus statt.

“ Wie kapitalistisch ist Deutschland – und wie deutsch ist der Kapitalismus?“ Vortragsabend mit Martin Dornis am 02.11.

Die radikale Linke ist bezüglich ihrer Stellung zur Nation und Deutschand in unterschiedliche, ja, gegensätzliche Positionen gespalten. Einige behaupten, dass auch dieses Land letztlich nichts als ein „normaler kapitalistischer Staat“ sei. Einen „deutschen Sonderweg“ gebe es heute nicht mehr, denn Deutschland sei in der Moderne angekommen und seine Bewohner seien so rassistisch, nationalistisch und antisemitisch wie die anderer Länder auch. Zur Kritik der gegenwärtig hier herrschenden Verhältnisse reiche daher die gängige, auf Marx zurückgehende „Ökonomiekritik“.
Andere verweisen hingegen auf eine Kontinuität deutscher Ideologie. Gerade die Diskussionen über Asylpolitik und den Umgang der Deutschen mit ihrer nazifaschistischen Vergangenheit würden hinlänglich beweisen, dass die Deutschen nicht aus dem Schatten ihrer Vergangenheit herausgetreten sind. Deshalb könnten die gegenwärtigen Verhältnisse in Deutschland nicht aus dem „Wert“ oder schlicht „ökonomisch“ erklärt werden – im Gegensatz zu anderen Ländern komme hierzulande noch eine deutsche Ideologie dazu.
Ist die heutige Bundesrepublik also eher „deutsch“ oder eher „kapitalistisch“? Wie verhalten sich Nation, Nationalismus und kapitalistische Gesellschaft zueinander und wie der deutsche zu anderen Nationalismen? Kurz gefragt: Wie kapitalistisch ist Deutschland – und wie deutsch ist der Kapitalismus?

Zu diesem Themenkomplex referiert Martin Dornis am 02.11 um 20 Uhr im „Cafe Median“.