ERO - emanzipatorisch-revolutionären Organisation http://ero.blogsport.de emanzipatorisch-revolutionären Organisation Wed, 12 Jun 2013 07:28:53 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en „Kritik des Antisemitismus – Kritische Theorie des Zionismus“ Seminar mit Stephan Grigat http://ero.blogsport.de/2013/05/22/kritik-des-antisemitismus-kritische-theorie-des-zionismus-seminar-mit-stephan-grigat/ http://ero.blogsport.de/2013/05/22/kritik-des-antisemitismus-kritische-theorie-des-zionismus-seminar-mit-stephan-grigat/#comments Wed, 22 May 2013 12:04:35 +0000 Administrator Allgemein http://ero.blogsport.de/2013/05/22/kritik-des-antisemitismus-kritische-theorie-des-zionismus-seminar-mit-stephan-grigat/ Kritik des Antisemitismus – Kritische Theorie des Zionismus

Seminar mit Stephan Grigat am 30.06.2013
Ort: „Cafe Median

Programm:

13:30 – 16:00
Der Zusammenhang von Gesellschaftskritik und Antisemitismuskritik & die Negativität des jüdischen Nationalismus: Universalismus & Partikularismus in Israel

Soll der Antisemitismus nicht als ein bloßes Vorurteil verharmlost werden, sondern im ideologiekritischen Sinne als wahnhafte Projektion dechiffriert werden, so gilt es, sich den Begriff der „antisemitischen Gesellschaft“ zu vergegenwärtigen, der von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer entwickelt wurde. Was sind die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen die beschädigten Subjekte sich immer wieder für das Ausagieren des antisemitischen Hasses entscheiden? Und inwiefern kann angesichts eines fremdbestimmten gesellschaftlichen Daseins überhaupt von einer freien Entscheidung gesprochen werden? Der Zionismus ist die unmittelbare Antwort sowohl auf den europäischen als auch auf den arabischen und islamischen Antisemitismus. In ihm existiert zwangsläufig ein Spannungsverhältnis zwischen universalistischem Emanzipationsanspruch und notwendigerweise partikularer Organisation in Form eines Nationalstaates. Wie ist der Zionismus als nationale Befreiungsbewegung der Juden und Jüdinnen vor dem Hintergrund einer kritischen Theorie der Gesellschaft zu begreifen?

16:30 – 18:30
Der kategorische Imperativ nach Auschwitz. Über die Geschichte des Zionismus und die aktuelle Bedrohung Israels

Adorno formulierte einen neuen kategorischen Imperativ: alles Handeln und Denken im Standes der Unfreiheit so einzurichten, dass Auschwitz sich nicht wiederholen kann. Der Zionismus hat versucht, diesem Imperativ auf seine Weise gerecht zu werden, indem sich die israelische Armee konsequent gegen jeden Vernichtungsversuch zur Wehr setzte und setzt – mitunter präventiv und aggressiv. Was waren dabei die entscheidenden Situationen in der israelischen Geschichte von der Staatsgründung bis zur gegenwärtigen Konfrontation mit dem iranischen Regime? Was ändert sich durch den arabischen „Frühling“ für Israel? Und wie ist die globale Delegitimierungskampagne gegen Israel einzuschätzen?

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*Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien, war Forschungsstipendiat in Tel Aviv und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bündnisses STOP THE BOMB. Er ist Autor von Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus (ça ira 2007), Mitherausgeber von Iran im Weltsystem. Bündnisses des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung (Studienverlag 2010) und Herausgeber von Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert (ça ira 2012).

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„Kapital und Souveränität – Einführung in die materialistische Staatskritik“ Tagesseminar mit Joachim Bruhn http://ero.blogsport.de/2013/03/31/kapital-und-souveraenitaet-einfuehrung-in-die-materialistische-staatskritik-tagesseminar-mit-joachim-bruhn/ http://ero.blogsport.de/2013/03/31/kapital-und-souveraenitaet-einfuehrung-in-die-materialistische-staatskritik-tagesseminar-mit-joachim-bruhn/#comments Sun, 31 Mar 2013 01:42:46 +0000 Administrator Allgemein http://ero.blogsport.de/2013/03/31/kapital-und-souveraenitaet-einfuehrung-in-die-materialistische-staatskritik-tagesseminar-mit-joachim-bruhn/ Kapital und Souveränität -
Einführung in die materialistische Staatskritik

Tagesseminar, am 6.04.2013 von 10 bis 20 Uhr.
Ort : Universitäts-Campus Ulmenstr. 69, Haus 1, SR 126

Die Ideologie sagt: Die Wirtschaft ist unser Schicksal. Sie sagt aber auch: Die Politik ist das Reich unserer Freiheit. Beides ist falsch, gibt sich aber gegenseitig den Wahrheitsbeweis und legitimiert sich so. Ideologie jedoch ist kein „Diskurs“, wie die Postmoderne zu wissen beliebt, sie ist das Spiegelspiel aus Markt und Despotie der Fabrik einerseits, „one woman, one vote“, und staatlichem Gewaltmonopol andrerseits; Spaltungen, die ihre falsche Einheit so suchen wie die des Individuums in Bourgeois und Citoyen. Die Gedankenformen dieses Spiegelspiels sind zwar verkehrt, aber objektiv. Sie sind dinglich, und sie sind gesellschaftlich gültig. Sie kreisen um den gesellschaftlich erzeugten Wahn des freien Willens. Denn die Ideologie der Politik zieht ihre Ratio aus dem Vertrag zwischen Freien und Gleichen als der zentralen Institution der Vergesellschaftung durch den Tausch. Wenn das, was in Deutschland als links auftrumpft, die Auffassung vertritt, es gelte, so Oskar Lafontaine, eine „Politik für alle“ zu erkämpfen, d.h. das, was seit den Tagen der Agitation Ferdinand Lassalles für den „Volksstaat“ oder auch Lenins Revolution für den „Staat des ganzen Volkes“ als Demokratisierung sattsam bekannt ist, dann kommt die Ideologie der Politik an ihr Ende: die Einheit von Bürger und Staat – die Volksgemeinschaft – bekennt sich in der Idee, die Souveränität sei das Instrument der gesellschaftlichen Selbstbestimmung und das System des Befehlens und Gehorchens wäre, nur recht auf Gemeinwohl getrimmt, die Freiheit schon selbst. Die marxsche „Kritik der politischen Ökonomie“ dagegen tritt auf als Kritik der politischen Ökonomie, die von Anfang an die Einheit von Ökonomie und Politik, von Basis und Überbau, von Kapital und Souveränität darstellt. Alle Kategorien dieser Kritik sind ökonomisch und politisch zugleich. Insofern sie aus der vermittelten Identität von Ausbeutung und Herrschaft entspringen, gilt die Souveränität als nur eine, wenn auch die gegenwärtige Form der Knechtschaft. Als Kritik, die dem kategorischen Imperativ folgt, die Spaltung der Gattung aufzuheben, zielt sie nicht auf die Aufhebung, sondern auf die Abschaffung des Staates.

Es spricht Joachim Bruhn (Freiburg), Co-Autor von Initiative Sozialistisches Forum, „Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten. Israel und die linksdeutsche Ideologie“ sowie „Das Konzept Materialismus“ (ça ira-Verlag); siehe www. isf-freiburg.org.

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„Antizionismus und Volksstaat“ Vortragsabend mit Joachim Bruhn http://ero.blogsport.de/2013/03/31/antizionismus-und-volksstaat-vortragsabend-mit-joachim-bruhn/ http://ero.blogsport.de/2013/03/31/antizionismus-und-volksstaat-vortragsabend-mit-joachim-bruhn/#comments Sun, 31 Mar 2013 01:41:13 +0000 Administrator Allgemein http://ero.blogsport.de/2013/03/31/antizionismus-und-volksstaat-vortragsabend-mit-joachim-bruhn/ Antizionismus und Volksstaat -
Der Fetisch der Souveränität und der Haß auf den „Unstaat“ Israel

Vortrag mit Diskussion am 05.04.2013, 19 Uhr, Ort: Haus Böll

Woher kommt das notorisch gute Gewissen der „Linken“ in ihrer Agitation gegen Israel? Wie funktioniert der Antisemitismus der sog. „legitimen Israel-Kritik“? Warum zeugt die feinsinnige Unterscheidung von Antisemitismus und Antizionismus vom Weißwaschen des deutschen Staatsfetischismus?

Der Wahn vom Volkssouverän ist, wie immer im einzelnen ausbuchstabiert und ausagiert, die synthetische Ideologie der restlos kapitalisierten Gesellschaft, d.h. das zwar vollendet idiotische, aber desto lieber geglaubte und aggressiv bezeugte Ideologem, das die Linkspartei, Günter Grass und die NPD verbindet. Im Wettstreit um die je subjektive Interpretation und sodann politische Okkupation dieses Begriffs vollzieht sich die objektive Reproduktion der deutschen Souveränität so, wie sie in der fraktionsübergreifenden, natürlich völkerrechtlich fundierten Verurteilung Israels durch den Bundestag im Mai 2010 sich aussprach, und dies ist zugleich der Grund dafür, daß, wenn vom „Schurkenstaat“ Israel die Rede ist, gar nicht mehr unterschieden werden kann, wer spricht, und daß es einerlei ist, ob die Agitation gegen das jüdische „Staatsgebilde“ und gegen diesen „Staat aus der Retorte“ von sozialdemokratisierten Stalinisten oder gleich von zwangsparlamentarisierten Nazis ausgeht. Denn daß, wie das Grundgesetz der BRD sagt, alle Macht vom Volk ausgeht, dieser manische Staatsfetischismus ist es, der, wie das Idiotem vom Geld, das endlich wieder dem Volk und der sog. Realwirtschaft zu dienen habe, die antagonistische Gesellschaft fraktionsübergreifend zusammenschweißt, der es macht, daß Herr und Knecht, daß Lohnarbeit und Kapital in der Aversion gegen die Juden zur Volksfront im Volksstaat zusammenfinden. Daß die Antizionisten Israel so als „Unstaat“, als „Gegenstaat“ und „teuflische Abstraktion“ aburteilen wie die Antisemiten die Juden als „Gegenrasse“ anprangern, das liegt, betrachtet man die Linksdeutschen, insbesondere daran, daß die marxsche „Kritik der politischen Ökonomie“ nicht zugleich als Kritik der Souveränität des Kapitals entwickelt wurde, daß von Anfang an vielmehr ein Staatlichkeitswahn einriß, der, von Ferdinand Lassalles Agitation für den Staat als die „große Assoziation und Produktivgenossenschaft des arbeitenden Volkes“ über das Programm der KPdSU in Sachen „Staat des ganzen Volkes“ bis hin zum „Erfurter Programm“ der Linkspartei sich aufplustert. Der Vortrag will insbesondere darstellen, wie dieses Unglück, das sodann die Juden und ihr Staat erleiden müssen, sich fugendicht vollendete, als die Kommunistische Internationale das Idiotem vom Volksstaat noch um das „Recht der Völker auf nationale Selbstbestimmung“ erweiterte (was Rosa Luxemburg „kleinbürgerlichen Humbug“ nannte) und zum „Djihad gegen das Kapital“ aufrief.

Es spricht Joachim Bruhn (Freiburg), Co-Autor von Initiative Sozialistisches Forum, „Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten. Israel und die linksdeutsche Ideologie“ sowie „Das Konzept Materialismus“ (ça ira-Verlag); siehe www. isf-freiburg.org.

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„Was ist antideutsch ?“ Vortragsabend mit Jan-Georg Gerber http://ero.blogsport.de/2013/01/20/was-ist-antideutsch-vortragsabend-mit-jan-gerber-2/ http://ero.blogsport.de/2013/01/20/was-ist-antideutsch-vortragsabend-mit-jan-gerber-2/#comments Sun, 20 Jan 2013 20:51:35 +0000 Administrator Allgemein http://ero.blogsport.de/2013/01/20/was-ist-antideutsch-vortragsabend-mit-jan-gerber-2/ Was ist antideutsch?
Eine kleine Geschichte der deutschen Linken

Vortrag mit Jan-Georg Gerber

Die Antideutschen – seit mehr als 20 Jahren geistern sie nun schon durch die Diskussionen. Die FAZ und der „Tagesspiegel“ widmeten ihnen Artikel, die israelische „Haaretz“ berichtete bereits mehrfach über die „anti-German communists“, und selbst das mecklenburg-vorpommerische Bildungsministerium, das weder als Trendsetter noch als Speerspitze elaborierter Erkenntnis bekannt ist, hat sie inzwischen entdeckt. Obwohl also alle bereits von ihnen gehört haben, weiß doch niemand etwas Genaues. In der „Jungle World“ heißt es, sie würden Veganer und Hunde hassen. Im linksradikalen Internetportal „Indymedia“ wird regelmäßig darüber diskutiert, ob sie nun von der CDU, dem israelischen Geheimdienst Mossad oder der CIA finanziert werden. Und Mecklenburg-Vorpommerns Landesamt für Verfassungsschutz hält sie für Extremisten und Verfassungsfeinde. Nicht einmal die Antideutschen selbst scheinen richtig über sich Bescheid zu wissen. Soll den deutschen Zuständen nun, wie ihr Vordenker Karl Marx vor 150 Jahren schrieb, der Krieg erklärt werden, oder ist die politische Ordnung der Bundesrepublik, wie es vor einigen Jahren in der „Bahamas“, der wohl bekanntesten antideutschen Zeitschrift hieß, unter Umständen sogar zu verteidigen? Und: Gibt es etwas „Linkes“ an antideutscher Kritik, oder bestehen die Antideutschen doch nur, wie gelegentlich gefragt wird, aus „rechten Leuten von links“? Zur allgemeinen Verwirrung verzichten einige Antideutsche inzwischen selbst auf den Begriff „antideutsch“ und bezeichnen sich ausschließlich als Ideologiekritiker.

Um die allgemeine Konfusion aufzulösen, soll im Rahmen des Vortrags gefragt werden: Was heißt antideutsch, woher kommen die Antideutschen, was wollen sie, und vor allem: wer finanziert sie? Um diese Fragen beantworten zu können, ist es weniger nötig, über die Antideutschen selbst zu sprechen als über die Geschichte der deutschen Linken und die linke Angewohnheit, bei jeder Sauerei ganz vorn dabei zu sein.


Jan-Georg Gerber ist freier Journalist, schreibt regelmäßig für „Bahamas“ und „Jungle World“ und ist Autor mehrerer Bücher über die Geschichte und den Verfall der deutschen Linken.

Vortrag mit Diskussion am 15.03.2013, 20 Uhr, Ort: Haus Böll

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„Warum die Tagesschau keine Naturreportage ist “ Vortragsabend mit Assoziation gegen Kapital und Nation Hannover (Junge Linke Niedersachsen) http://ero.blogsport.de/2013/01/14/warum-die-tagesschau-keine-naturreportage-ist-kritische-ueberlegungen-zur-biologistischen-weltsicht-vortragsabend-mit-assoziation-gegen-kapital-und-nation-hannover-junge-linke-niedersachsen/ http://ero.blogsport.de/2013/01/14/warum-die-tagesschau-keine-naturreportage-ist-kritische-ueberlegungen-zur-biologistischen-weltsicht-vortragsabend-mit-assoziation-gegen-kapital-und-nation-hannover-junge-linke-niedersachsen/#comments Mon, 14 Jan 2013 10:42:29 +0000 Administrator Allgemein http://ero.blogsport.de/2013/01/14/warum-die-tagesschau-keine-naturreportage-ist-kritische-ueberlegungen-zur-biologistischen-weltsicht-vortragsabend-mit-assoziation-gegen-kapital-und-nation-hannover-junge-linke-niedersachsen/ Warum die Tagesschau keine Naturreportage ist
Kritische Überlegungen zur biologistischen Weltsicht

In der politischen Diskussion wie auch in privaten Auseinandersetzungen wird gerne mal darauf verwiesen, das die eigene Position durch die neuesten Erkenntnisse über die biologische Natur der Menschen bewiesen worden sei.

Es sind zwar auf den ersten Blick nicht immer konservative Sichtweisen, die durch die menschliche Biologie erklärt werden, sondern durchaus auch gut gemeinte sich selbst als progressiv verstehende Positionen, die mit derselben Biologie gestützt werden sollen. Und so kommt die Ehre der nun einmal so gegebenen und notwendigen Existenz menschlichen Miteinanders mal den unangenehmen bis ekelhaften Verhältnis zwischen ‚Frauen‘ und ‚Männern‘ zu und mal dem in Gruppen gemeinsam lebenden bürgerlichen Primaten mit freier Liebe alla Bonobos.

Ebenfalls nicht immer wird dabei soweit gegangen, das man sagt, der Mensch sei gänzlich unfrei und seiner Natur ausgeliefert. Wobei der unfreie Wille häufig genug die heutigen Konflikte erklären soll. So zum Beispiel in der populären Hirnforschung oder in Teilen der soziobiologischen Verhaltensforschung mit den von ihr tief in sich erfühlten Verhaltensmustern des ewigen Steinzeitmenschen.

Aber selbst die Kritiker_innen solch eines festgelegten Willens, gehen häufig davon aus, das die menschlichen Handlungen zu einem gewissen Prozentsatz durch die Natur des Menschen festgelegt seien. Sie versuchen die genetischen Anlagen von den durch die Umwelt oder die Gesellschaft angenommenen Verhaltensweisen zu trennen. Und das alles natürlich mit dem größten Anschein von naturwissenschaftlichen ‚Hardfacts‘ gegen die die gesellschaftswissenschaftlichen ‚Softfacts‘ ja ihrer Definition gemäß eh keinen Stich landen können.

So oder so, immer werden menschliche Handlungen und gesellschaftliche Verhältnisse nicht als solche erklärt, sondern ganz oder teilweise auf ihre vermeintliche Naturbasis zurückgeführt. Den Kritiker_innen dieser Verhältnisse wird dann entgegnet, die Menschen seien so wie sie eben seien müssten. Die Kritik am Bestehenden sei deshalb der falsche Weg um Veränderungen herbeizuführen.

Neben der offensichtlichen Brauchbarkeit von biologischen Erklärungen für herrschaftsbezoges Denken und Handeln, ist es gerade die Übereinstimmung mit den Erfahrungen der apersonalen Herrschaft, wie sie die kapitalistischen Nationen auszeichnet, die biologische Grundkonstanten und Verhaltensmuster so beliebt sein lassen. Bei allem Unsinn, der sich dabei ergibt, steckt darin neben der Verklärung für manche eben doch der Versuch einer Erklärung der scheinbaren Naturnotwendigkeiten von Produktion, Politik und dem so gleichförmigen privaten Leben aller Leute im Kapitalismus. Doch diese Erklärung ist falsch und führt deshalb zu teilweise seltsamen politischen Forderungen. Zum Beispiel zu der Forderung, Forderungen sein zu lassen.

Die biologische Erklärung gesellschaftlicher Zusammenhänge, die mit dem Schimpfwort des „Biologismus“ versehen wurde, ist wie gesagt immer falsch und deshalb zu kritisieren. Wie es sich wirklich mit der Natur des Menschen verhält und warum wir noch immer politische Arbeit machen, statt der Evolution bei ihren politischen Kapriolen – aufbereitet durch die Tagesschau – einfach nur zuzusehen, wollen wir von ERO und jl-hannover mit allen Interessierten diskutieren.

Vortrag mit Diskussion am 8.2.2013, 20 Uhr, Ort: Cafe Median

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Ankündigungen für den 5./6. 04. 2013 http://ero.blogsport.de/2012/12/13/ankuendigung-rostock-5-6-04-2013/ http://ero.blogsport.de/2012/12/13/ankuendigung-rostock-5-6-04-2013/#comments Thu, 13 Dec 2012 20:32:42 +0000 Administrator Allgemein http://ero.blogsport.de/2012/12/13/ankuendigung-rostock-5-6-04-2013/ Tagesseminar, am 6.04.2013 von 10 bis 20 Uhr.
Kapital und Souveränität -
Einführung in die materialistische Staatskritik

Vortrag, am 5.04.2013
Antizionismus und Volksstaat -
Der Fetisch der Souveränität und der Haß auf den „Unstaat“ Israel

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„Kapitalismus und Krise“ Vortragsabend mit Claus Peter Ortlieb http://ero.blogsport.de/2012/11/26/kapitalismus-und-krise-vortragsabend-mit-claus-peter-ortlieb/ http://ero.blogsport.de/2012/11/26/kapitalismus-und-krise-vortragsabend-mit-claus-peter-ortlieb/#comments Mon, 26 Nov 2012 12:49:55 +0000 Administrator Allgemein http://ero.blogsport.de/2012/11/26/kapitalismus-und-krise-vortragsabend-mit-claus-peter-ortlieb/

Die Geschichte des Kapitalismus erscheint als ein dauernder Wechsel von Prosperitätsphasen und Krisen. An der Beantwortung der Frage, warum Krisen im Kapitalismus unvermeidlich sind, haben sich verschiedene Theoretiker versucht (Marx, Keynes, Schumpeter u.a.). Manche der Krisenerklärungen suggerieren das Bild einer ständigen Wiederkehr des Immergleichen. Sie übersehen dabei, dass der Kapitalismus historischer Prozess mit einer Zeitrichtung ist, die in der Entwicklung seiner Produktivkräfte wurzelt: Obwohl der Kapitalismus auf der Ausbeutung menschlicher Arbeit beruht, treibt er selber die Ersetzung menschlicher Arbeitskraft durch Maschinen immer weiter voran und kommt mit dieser Entwicklung immer weniger zurecht, was sich etwa im „Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate“ ausdrückt. Letztlich wird die kapitalistische Produktionsweise an ihrer eigenen widersprüchlichen Dynamik scheitern. Es gibt einige Indizien dafür, dass der globale Kapitalismus aus der aktuellen Weltwirtschaftskrise nicht wieder herausfindet, ihm also keine neue Phase der Prosperität sondern der dauerhafte Niedergang bevorsteht.

Zu diesem Themenkomplex referiert Claus Peter Ortlieb (EXIT)

Der Vortrag wird am 07.12.2012 im „Cafe Median“ (Niklotstraße 5) stattfinden. Beginn ist um 19:00 Uhr.

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Veranstaltungshinweis #2 http://ero.blogsport.de/2012/11/23/veranstaltungshinweis-2/ http://ero.blogsport.de/2012/11/23/veranstaltungshinweis-2/#comments Fri, 23 Nov 2012 12:34:43 +0000 Administrator Allgemein http://ero.blogsport.de/2012/11/23/veranstaltungshinweis-2/ Ein moderner islamischer Antisemitismus? Der Fall Iran (27.11.2012)

Das Thema islamischer Antisemitismus soll am Beispiel der islamischen Republik Iran diskutiert werden, zu deren auffälligen Merkmalen ein aggressiver, staatlich protegierter Antisemitismus zählt. Holocaustleugnung und Vernichtungsdrohungen gegen Israel werden nicht erst mit dem Amtsantritt Mahmud Ahmadinedschads öffentlich ausgesprochen. Gegenstand des Vortrages soll eine Analyse gängiger Imaginationen und Vorstellungen von Juden und Jüdinnen im islamischen Antisemitismus und die Frage von dessen Genese sein. Viele Figuren des modernen westlichen Antisemitismus, aber auch Elemente des längst vergessen geglaubten christlichen Antijudaismus, zirkulieren heute in iranischen Diskursen. Dort werden sie angeeignet, mit religiösen Vorstellungen verwoben und für Zwecke islamischer Gemeinschaftsbildung und Abgrenzung vom Westen in Dienst genommen. Wie können Antisemitismus, religiöse Tradition, Moderne und Abgrenzung zum Westen aufeinander bezogen werden?

Diesen Fragen wird die Referentin Ulrike Marz in ihrem Vortrag nachgehen. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Rostocker Institut für Soziologie und Demographie und beschäftigt sich schwerpuntmäßig mit Kritischer Theorie und Antisemitismus.

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Der Vortrag wird am 27.11.2012 im Haus Böll stattfinden. Beginn ist um 19:00 Uhr.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen einer kleinen Veranstaltungsreihe zur Analyse des Antisemitismus statt

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Veranstaltungshinweis http://ero.blogsport.de/2012/11/22/veranstaltungshinweis/ http://ero.blogsport.de/2012/11/22/veranstaltungshinweis/#comments Thu, 22 Nov 2012 03:09:57 +0000 Administrator Allgemein http://ero.blogsport.de/2012/11/22/veranstaltungshinweis/ Politische Ökonomie des Antisemitismus (24.11.2012)

Judenhass und falsche Gesellschaft. Über den Zusammenhang von Kritik der politischen Ökonomie und Antisemitismuskritik

Soll der Antisemitismus nicht als ein bloßes Vorurteil verharmlost, sondern im ideologiekritischen Sinne als wahnhafte Projektion dechiffriert werden, so gilt es, sich den Begriff der „antisemitischen Gesellschaft“ zu vergegenwärtigen, der von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer entwickelt wurde. Was sind die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen die beschädigten Subjekte sich immer wieder für das Ausagieren des antisemitischen Hasses entscheiden? Und inwiefern kann angesichts eines fremdbestimmten gesellschaftlichen Daseins überhaupt von einer freien Entscheidung gesprochen werden?

Stephan Grigat* wird in seinem Vortrag die These vertreten, dass für eine sinnvolle Kritik des Antisemitismus ein Rückgriff auf die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwingend erforderlich ist. Davon ausgehend soll gezeigt werden, wie sich traditionelle antisemitische Ressentiments in einer Art geopolitischen Reproduktion aktuell insbesondere im Hass auf Israel artikulieren.

*Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien, war Forschungsstipendiat in Tel Aviv und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bündnisses STOP THE BOMB. Er ist Autor von Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus (ça ira 2007), Mitherausgeber von Iran im Weltsystem. Bündnisses des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung (Studienverlag 2010) und Herausgeber von Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert (ça ira 2012).

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Der Vortrag wird am 24.11.2012 auf dem Universitäts-Campus Ulmenstraße 69 (in Haus 1, R 022) stattfinden. Beginn ist um 19:00 Uhr.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen einer kleinen Veranstaltungsreihe zur Analyse des Antisemitismus statt.

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“ Wie kapitalistisch ist Deutschland – und wie deutsch ist der Kapitalismus?“ Vortragsabend mit Martin Dornis am 02.11. http://ero.blogsport.de/2012/10/17/wie-kapitalistisch-ist-deutschland-und-wie-deutsch-ist-der-kapitalismus-vortragabend-mit-marin-dornis-am-02-11/ http://ero.blogsport.de/2012/10/17/wie-kapitalistisch-ist-deutschland-und-wie-deutsch-ist-der-kapitalismus-vortragabend-mit-marin-dornis-am-02-11/#comments Wed, 17 Oct 2012 20:17:30 +0000 Administrator Allgemein http://ero.blogsport.de/2012/10/17/wie-kapitalistisch-ist-deutschland-und-wie-deutsch-ist-der-kapitalismus-vortragabend-mit-marin-dornis-am-02-11/ Die radikale Linke ist bezüglich ihrer Stellung zur Nation und Deutschand in unterschiedliche, ja, gegensätzliche Positionen gespalten. Einige behaupten, dass auch dieses Land letztlich nichts als ein „normaler kapitalistischer Staat“ sei. Einen „deutschen Sonderweg“ gebe es heute nicht mehr, denn Deutschland sei in der Moderne angekommen und seine Bewohner seien so rassistisch, nationalistisch und antisemitisch wie die anderer Länder auch. Zur Kritik der gegenwärtig hier herrschenden Verhältnisse reiche daher die gängige, auf Marx zurückgehende „Ökonomiekritik“.
Andere verweisen hingegen auf eine Kontinuität deutscher Ideologie. Gerade die Diskussionen über Asylpolitik und den Umgang der Deutschen mit ihrer nazifaschistischen Vergangenheit würden hinlänglich beweisen, dass die Deutschen nicht aus dem Schatten ihrer Vergangenheit herausgetreten sind. Deshalb könnten die gegenwärtigen Verhältnisse in Deutschland nicht aus dem „Wert“ oder schlicht „ökonomisch“ erklärt werden – im Gegensatz zu anderen Ländern komme hierzulande noch eine deutsche Ideologie dazu.
Ist die heutige Bundesrepublik also eher „deutsch“ oder eher „kapitalistisch“? Wie verhalten sich Nation, Nationalismus und kapitalistische Gesellschaft zueinander und wie der deutsche zu anderen Nationalismen? Kurz gefragt: Wie kapitalistisch ist Deutschland – und wie deutsch ist der Kapitalismus?

Zu diesem Themenkomplex referiert Martin Dornis am 02.11 um 20 Uhr im „Cafe Median“.

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