Veranstaltungshinweis #2

Ein moderner islamischer Antisemitismus? Der Fall Iran (27.11.2012)

Das Thema islamischer Antisemitismus soll am Beispiel der islamischen Republik Iran diskutiert werden, zu deren auffälligen Merkmalen ein aggressiver, staatlich protegierter Antisemitismus zählt. Holocaustleugnung und Vernichtungsdrohungen gegen Israel werden nicht erst mit dem Amtsantritt Mahmud Ahmadinedschads öffentlich ausgesprochen. Gegenstand des Vortrages soll eine Analyse gängiger Imaginationen und Vorstellungen von Juden und Jüdinnen im islamischen Antisemitismus und die Frage von dessen Genese sein. Viele Figuren des modernen westlichen Antisemitismus, aber auch Elemente des längst vergessen geglaubten christlichen Antijudaismus, zirkulieren heute in iranischen Diskursen. Dort werden sie angeeignet, mit religiösen Vorstellungen verwoben und für Zwecke islamischer Gemeinschaftsbildung und Abgrenzung vom Westen in Dienst genommen. Wie können Antisemitismus, religiöse Tradition, Moderne und Abgrenzung zum Westen aufeinander bezogen werden?

Diesen Fragen wird die Referentin Ulrike Marz in ihrem Vortrag nachgehen. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Rostocker Institut für Soziologie und Demographie und beschäftigt sich schwerpuntmäßig mit Kritischer Theorie und Antisemitismus.

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Der Vortrag wird am 27.11.2012 im Haus Böll stattfinden. Beginn ist um 19:00 Uhr.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen einer kleinen Veranstaltungsreihe zur Analyse des Antisemitismus statt