“ Wie kapitalistisch ist Deutschland – und wie deutsch ist der Kapitalismus?“ Vortragsabend mit Martin Dornis am 02.11.

Die radikale Linke ist bezüglich ihrer Stellung zur Nation und Deutschand in unterschiedliche, ja, gegensätzliche Positionen gespalten. Einige behaupten, dass auch dieses Land letztlich nichts als ein „normaler kapitalistischer Staat“ sei. Einen „deutschen Sonderweg“ gebe es heute nicht mehr, denn Deutschland sei in der Moderne angekommen und seine Bewohner seien so rassistisch, nationalistisch und antisemitisch wie die anderer Länder auch. Zur Kritik der gegenwärtig hier herrschenden Verhältnisse reiche daher die gängige, auf Marx zurückgehende „Ökonomiekritik“.
Andere verweisen hingegen auf eine Kontinuität deutscher Ideologie. Gerade die Diskussionen über Asylpolitik und den Umgang der Deutschen mit ihrer nazifaschistischen Vergangenheit würden hinlänglich beweisen, dass die Deutschen nicht aus dem Schatten ihrer Vergangenheit herausgetreten sind. Deshalb könnten die gegenwärtigen Verhältnisse in Deutschland nicht aus dem „Wert“ oder schlicht „ökonomisch“ erklärt werden – im Gegensatz zu anderen Ländern komme hierzulande noch eine deutsche Ideologie dazu.
Ist die heutige Bundesrepublik also eher „deutsch“ oder eher „kapitalistisch“? Wie verhalten sich Nation, Nationalismus und kapitalistische Gesellschaft zueinander und wie der deutsche zu anderen Nationalismen? Kurz gefragt: Wie kapitalistisch ist Deutschland – und wie deutsch ist der Kapitalismus?

Zu diesem Themenkomplex referiert Martin Dornis am 02.11 um 20 Uhr im „Cafe Median“.