Selbstverständnis – Antikapitalismus

Im Kapitalismus verkommt alles zur Ware, jeder noch so kleine Bereich der Gesellschaft ist käuflich, es verbleibt nichts privates, nichts individuelles gegenüber der Allmacht des Kapitals.
Die im Kapitalismus produzierten Waren entstehen ferner aus ungleichen Besitzverhältnissen, was zwangsläufig auch eine ungleiche Verteilung dieser Waren, des gesellschaftlichen Reichtums bedeutet, wodurch sich einige Menschen viel materiellen Reichtum aneignen können, während andere zu Armut verdammt sind. Und diese Kluft zwischen arm und reich wächst immer weiter. Dies liegt aber weder an der Boshaftigkeit der „Reichen“, noch an der Dummheit der „Armen“, denn sie alle richten sich nach den Gesetzen des Kapitalismus und versuchen mit ihren vorgefundenen Möglichkeiten zurechtzukommen. Nicht die Bedürfnisse aller Menschen sind oberste Maxime im Kapitalismus, sondern die Erringung von möglichst viel Profit.
Hieraus resultiert ein ständiges Konkurrenzdenken, alle Menschen versuchen, einander auszustechen und befinden sich in ständigem ökonomischen Kampf zueinander.
All diese Dinge bringen uns zu dem Punkt, dass der Kapitalismus überwunden werden, und durch ein Gesellschaftssystem, welches sich an den menschlichen Bedürfnissen orientiert, ersetzt werden muss.
Sicher ist, dass sich der Kapitalismus nicht Stück für Stück, durch Reformen beseitigen lässt , sondern nur in seiner Gesamtheit abgeschafft werden kann.
Gleichzeitig wehren wir uns gegen jeglichen reaktionären „Antikapitalismus“, welcher an Stelle der derzeitig herrschenden Verhältnisse ein noch schlimmeres System errichten möchte.
In diesem Zusammenhang richten wir uns auch gegen verkürzte Kapitalismuskritik, denn es sind nicht einige wenige „Spekulantenschweine“, keine bösen, geldgierigen Manager, die an allem übel Schuld sind, es ist der Kapitalismus an sich, welcher all dies hervorbringt.
Verkürzte Kapitalismuskritik ist daher nicht nur falsch, sie kann sogar sehr gefährlich sein.

Der Kampf gegen Kapitalismus ist für uns weiterhin auch der Kampf gegen die Versuche des Kapitals, die Widersprüche zwischen Nationalstaat und Überproduktion innerhalb des Systems zu lösen, also der Kampf gegen Kolonialismus, Kriege und ähnliches, aber auch hierbei muss es ums Ganze gehen, solche Themen dürfen nicht losgelöst vom Kapitalismus betrachtet werden.

In der Aufklärung wurde ein universelles Glücksversprechen formuliert, welches innerhalb des Kapitalismus nicht eingelöst werden kann.
Anstelle das hinzunehmen, fordern wir das Versprechen ein!